Musik
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Vorbereitung Auftritt

Heute erzähle ich euch, was für mich momentan alles dazu gehört, mich auf unseren Auftritt nächsten Monat vorzubereiten.

Wir proben im Moment einmal die Woche 2-3 Stunden. Letztes Jahr war es deutlich mehr, aber die meisten von uns sind mittlerweile unter der Woche nicht zu Hause und am Wochenende hat man halt auch mal andere Dinge vor, sodass die Zeit für Proben sehr eingeschränkt ist. Umso wichtiger, dass man viel zu Hause übt, damit es bei den Proben wirklich nur noch um das Zusammenspiel und den Feinschliff geht. 

Meine Übungsroutine

Mittlerweile haben wir uns auf eine Setlist geeinigt – gar nicht so einfach, 7 Leute – 7 Meinungen -, diese habe ich mir gleich erst einmal als Youtube-Playlist gespeichert, um einfach das hintereinanderweg singen zu üben. Denn es ist wichtig, dass man nicht erst überlegen muss „Hm, was kam jetzt gleich als Nächstes?“

Was neben dem sauberen Gesang bei einem Auftritt ganz wichtig ist (oder fast noch wichtiger, leider!) – und was ich gerne mal verdränge – die Performance. Und wenn ich ehrlich bin, liegt mir dieser Part überhaupt nicht. Ich singe super gern, aber dazu bewegen? Leute animieren abzugehen? – Eher nicht so. Aber das gehört nun einmal auch dazu. Und vor allem das muss ich üben. Zu Hause ist das natürlich leichter, als vor anderen Leuten, aber hier fängt alles an.

Sennheiser E 945

Dazu kommt, dass man natürlich sauber singen möchte (vorallem mir ist das sehr wichtig) und sich trotzdem bewegen sollte. Und da habe ich meine Probleme (aber ich glaube, auch die meisten anderen) – wenn ich mich bewege, kann ich die Töne nicht mehr so sauber halten oder, was ich noch schlimmer finde, ich habe nicht mehr genug Puste. Dann japst man nur noch herum und sofern überhaupt noch ein Ton herauskommt, klingt der dann total schief.

Und darum gehe ich momentan jeden Tag unsere Setlist durch – hintereinander weg – um zu sehen, bis wohin ich ohne Probleme komme und wo ich anfange zu japsen.

Probleme finden und lösen

Wenn ich dann weiß, wann mir zum Beispiel die Luft ausgeht, überlege ich mir, was ich besser machen kann. Ich singe bei uns ja nicht alle Lieder als Hauptstimme, sondern bin auch über die Hälfte der Zeit als Zweitstimme tätig. Dort habe ich natürlich gar keine Probleme. Allerdings singe ich meine drei Lieder gleich hintereinander weg und diese haben ganz schön „Drive“, die ziehen also sehr. Und da muss ich mich einfach bewegen. Ich kann ja nicht einfach steif stehen bleiben und dann auch noch erwarten, dass vor der Bühne irgendjemand abgeht. Übertreiben kann ich es aber – zumindest noch im Moment – nicht, denn dann kriege ich spätestens beim dritten Lied, bei dem wirklich viel Text auf wenig Zeit gesungen werden muss – überhaupt keine Luft mehr. Das klingt natürlich frei heraus gesagt scheiße 😀

Meine Lösung für meine momentanen Probleme sieht also so aus:

1. Ich brauche dringend mehr Kondition

Ich gebe es ja zu – ich bin ziemlich faul. Und das bezieht sich vor allem auf Sport. Es macht mir halt einfach keinen Spaß und irgendwie verbringe ich meine Zeit doch lieber anders. Aber wenn ich jetzt für unseren Auftritt übe, merke ich einfach ziemlich schnell, wo meine Grenzen sind. Traurig irgendwie, aber deswegen tue ich jetzt etwas dagegen. Das tägliche Üben der Setlist ist ein Schritt, der andere ist, dass ich nun doch etwas mit Sport angefangen habe. Natürlich wird das jetzt in vier Wochen keine Wunder bewirken, aber etwas helfen wird es sicherlich (hoffentlich!).

2. Wann hole ich im Lied Luft?

So banal das klingt, diese Frage ist wirklich wichtig. Und dabei ist mir aufgefallen, dass ich eigentlich zu wenig Luft hole. Zumindest beim dritten Lied, wo so viel Text kommt. Da muss ich einfach doppelt so oft Luft holen. Doch wenn ich dann singe, denke ich wieder nicht daran. Also heißt es, aktiv darüber nachdenken, erst einmal a capella und langsam singen, dabei wirklich gezielt Luft holen und dann mit Musik üben (und dann immer noch dran denken!). Irgendwie klingt das in der Theorie so einfach 😀 Die Umsetzung klappt noch nicht so richtig.

Sennheiser E 945

Hintergrund gesponsert von meinem Freund

3. Was klappt noch nicht?

Wenige Wochen vor dem Auftritt sollte eigentlich alles sitzen, oder? Pustekuchen! Vor ungefähr einem Monat haben wir uns noch für drei neue Lieder entschieden. Eigentlich wollte ich nur eines davon übernehmen, weil die anderen beiden unser anderen Sängerin so gut gefallen. Leider hat das eine nicht ganz so wie gewünscht geklappt, weswegen ich dieses nun übernehme. An sich gar nicht so das Problem, wäre da nicht diese eine Stelle. Wirklich, ich scheitere immer wieder an dieser einen Stelle. Was also tun? Mein lieber Freund hat mir den Part, der nicht so klappt, herausgeschnitten, sodass ich das Stück quasi in Dauerschleife hören und üben kann. Es handelt sich um circa 10 Sekunden vom Lied und das höre ich dann immer und immer und immer wieder und singe dabei mit. Jetzt klappt es auch langsam so gut, dass es nicht mehr wie ein Fremdkörper im Lied klingt, wenn wir proben.

Zusammenspiel

Das kann natürlich zu Hause alles wunderbar klappen und dann im Proberaum total schief gehen. Ist halt doch etwas anderes, ob man zu Hause für sich alleine mit der fertigen Musik vom Künstler übt oder dann mit der Band, wo jedes Instrument für sich ja auch noch üben muss. Da klappen Einsätze nicht oder jemand fängt zu früh mit dem Refrain an. Die Proben nutzen wir also dann zum Feinschliff. Heute zum Beispiel waren wir nicht vollständig, da haben wir besonders Einsätze geprobt und unsere Instrumente noch rhythmische Feinheiten. Deswegen sind wir heute auch wieder ein gutes Stück weiter gekommen. Jetzt müssen wir nur noch alle gemeinsam an unserer Performance arbeiten und dann steht einem gelungenen Abend nichts mehr im Weg.

Volume 11 - Advanced 2

Das ist unser Proberaum. Klavier fehlte heute und die Musiker wollten nicht aufs Foto.

 

Volume 11 - Advanced 2

Aber für einen kleinen Eindruck reicht es. Schwer zu erkennen, wo ich stehe 😉

Es tut mir übrigens ganz sehr leid, dass ich immer nur so vage von den Liedern spreche, aber wir möchten die vor dem Auftritt nicht verraten.

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5 Kommentare

  1. Rico sagt

    Ein kleiner Tipp für die Performance: Man unterschätzt immer die Wirkung der Hände. Also wenn mal eine längere schwere Passage dran ist, einfach überlegen, dass man etwas mit den Händen und Armen macht, das Mikro mal kurz steiler halten. Klingt nicht nach viel, hat aber auch schon viel Wirkung, und man muss nicht immer rumlaufen. 😉

    • Jenny sagt

      Huhu Rico, danke für den Tipp. Hast du vielleicht noch ein Video parat, was du z.B. meinst? Ich versuche zumindest schon immer ein paar Gesten passend zum Text mit rein zu nehmen.

  2. Pingback: Projekt 52 - KW 4 Musik - Haarsaite

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