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Natürlich Haare färben mit Henna

Mindestens 10 Jahre habe ich mit chemischen Tönungen und Farbe meine Haarfarbe geändert. Rot, dann schwarz, dann wieder rot. Aber wenn man seine Haare lang wachsen lassen möchte, erreicht man meistens irgendwann den Punkt, an dem sie wegen der Chemiehaarfarbe nur noch abbrechen.

Der Punkt war bei mir 2014 erreicht und ungefähr im Oktober des Jahres habe ich mich dann nach den Tipps von einigen Freunden für Henna entschieden.

Da mein Beitrag über das türkische Henna ziemlich gut ankommt, habe ich beschlossen, einen allgemeinen Beitrag über Henna zu schreiben.

Was ist Henna?

Hennapulver Khadi Henna Amla & Jatropha

Henna ist ein Farbstoff, der aus zerriebenen Blättern des Hennastrauches gewonnen wird. Den meisten wird Henna als Farbe, die für traditionelle Zeichnungen auf der Haut benutzt wird, bekannt sein. Doch auch als Haarfärbemittel wird es immer bekannter.

Es gibt viele Anbieter, die Henna verkaufen, weswegen es schwer ist, das Richtige für sich zu finden. Am Besten kauft man reines Henna, in dem keine weiteren Zusätze beigemischt sind oder zumindest nur andere Naturstoffe. Denn es gibt viele Sorten, denen Stoffe beigefügt werden, damit die Farbe schöner leuchtet. Mein türkisches Henna ist auch mit so einem Zusatzstoff versehen.

Diese Stoffe können zu Allergien führen, deswegen sollte man das Henna vorher an einer kleinen Stelle testen oder gleich darauf verzichten – es gibt auch einige Anbieter, die auf solche Zusatzstoffe verzichten. Am besten einfach auf die Inhaltsstoffe schauen. Lawsonia Inermis ist Henna. Wenn das der einzige Inhaltsstoff ist, seid ihr auf der sicheren Seite.

Henna legt sich als schützende Schicht um die Haare, anstatt diese, wie Chemiefarbe, zu zerstören. Es ist also in doppelter Weise besser, als Chemiehaarfarbe.

Was man bedenken sollte, bevor man zu Henna greift: Henna ist entgegen dem Glauben mancher, eine dauerhafte Färbung. Es wäscht sich also nicht nach einiger Zeit wieder aus.

Welche Farben erhält man mit Henna?

Reines Henna färbt je nach Ausgangshaarfarbe orange bis dunkelrot. Bei blonder Naturhaarfarbe ist das Ergebnis eher karottenrot, bei dunklem braun erhält das Haar einen Rotstich, den man nur im Sonnenschein sieht.

Wenn ihr euch wegen des Ergebnisses unsicher seid, probiert das Henna erst einmal an einer versteckten Haarsträhne aus.

Wer die Haare dunkel färben möchte, sollte dafür Indigo benutzen. Soweit ich weiß, ist das aber eine andere Pflanze! Bei blondem Haar ist das Ergebnis hier eher grünlich. Bei dunklerem Haar bis zu blauschwarz.

Außerdem gibt es auch braunes Henna, hier ist meist noch ein Stoff beigemischt.

Und wer seine Haare einfach nur mit Henna pflegen möchte, kann farbloses Henna – Cassia – benutzen.

Vorbereitung

Vorbereitung Henna färben

Bevor man die Farbe auftragen kann, muss man das Henna erst einmal zu einer Paste anrühren. Das macht man mit gekochtem Wasser. (Achtung! Bei Indigo darf das Wasser nicht über 50 Grad Celsius warm sein) Bei rotem Henna gilt: Desto heißer das Wasser, desto intensiver das Farbergebnis.

Mein türkisches Henna habe ich neben heißem Wasser noch mit einer Haarkur vermengt, das Henna von Khadi habe ich laut Tipps aus dem Haarforum mit starkem, schwarzem Tee und etwas Zucker angerührt. (Den Rest kann man übrigens wunderbar noch trinken :D)

breiiges Henna mit schwarzem Tee

Das Ganze sieht dann etwas ekliger aus, als es ist, durch den Tee riecht es aber ganz gut.

Bevor ihr anfangt, zu färben, solltet ihr eure Haare mit einem silikonfreien Shampoo waschen und euch/eure Kleidung noch mit einem alten Handtuch schützen. Außerdem empfehle ich einen Haarfärbepinsel und -handschuhe. Die Handschuhe sind wirklich nötig, da man die Farbe schwer von der Haut gewaschen bekommt.

Färben

Die Hennapaste könnt ihr genauso auftragen, wie Chemiehaarfarbe. Einfach mit einem Pinsel Strähne für Strähne einpinseln.

Henna muss viel länger einwirken, als andere Farben. Je nach dem, was man für ein Ergebnis möchte, beträgt die Einwirkezeit 45 Minuten bis 2 Stunden. Zumindest laut Beschreibung auf der Verpackung. Ich habe meines 4 Stunden einwirken lassen, manche lasse es auch die ganze Nacht auf dem Kopf. Im Gegensatz zu Chemiehaarfarbe schadet es nicht, wenn man eine lange Einwirkzeit hat.

Damit das Henna schön warm bleibt, empfiehlt es sich, Frischhaltefolie um den Kopf zu wickeln und eine Mütze oder ein Handtuch drüber zu ziehen. Außerdem tropft man so auch nicht herum.

Achtung: Wenn ihr kleckert, sofort sauber machen! Wenn das Henna erst einmal angetrocknet ist, bekommt ihr es kaum noch weg.

Woher bekomme ich Henna?

Mittlerweile in jeder Drogerie. Die meisten führen mindestens eine Sorte. Ansonsten führen Reformhäuser und Bioläden ebenfalls Henna.

Vor allem wenn man es erst einmal ausprobieren möchte, ist es besser, das Henna in einem Geschäft zu kaufen. Dort kann man sich die Inhaltsstoffe besser ansehen und hat keine Versandkosten. Die kommen beim Onlinekauf leider meist noch dazu. In einem Bioladen oder Reformhaus können einen auch eventuell die Verkäufer dazu beraten. In einer Drogerie glaube ich nicht unbedingt, dass die Verkäufer viel über Henna wissen.

Die Preise von Henna sind übrigens sehr unterschiedlich. Khadi zum Beispiel kostet etwas über 7 EUR, in der Drogerie bekommt man Henna auch schon für etwas weniger Geld. In einer Packung sind meist 100 g enthalten. Mir persönlich reicht locker die Hälfte einer Packung zum Färben.

Allerdings färbe ich nur die Ansätze und klatsch den Rest noch auf die übrigen Haare. Wenn man wirklich ordentlich jede Strähne färbt, braucht man mit Sicherheit eine ganze Packung, eventuell sogar mehr. Das kann ich aber nicht so genau beurteilen.

Farbergebnis nach 1. Mal Khadi Henna Amla & Jatropha

Farbergebnis nach 1. Mal Khadi Henna Amla & Jatropha

So sehen meine Haare nach dem ersten Khadi Henna Amla & Jatropha Färbeversuch aus. (Nur Henna ausgewaschen, noch kein zweiter Waschgang.) Wie ihr sehen könnt, sieht es bei mir an jeder Stelle irgendwie anders aus. Das Henna mit Amla ist übrigens etwas dunkler, als normales.

Henna Haare in der Sonne

Henna Haare in der Sonne

Und so sehen meine Haare aus, wenn die Sonne direkt drauf scheint. Da sieht man schon eher diesen orangen Hennaton.

Ihr seht also, es ist ziemlich interessant, mit Henna zu färben.

Vor- und Nachteile

 

Vorteile

  • gesünder für euer Haar
  • pflegt zusätzlich
  • bildet eine Schutzschicht um das Haar
  • Ansatz nicht so stark und schnell sichtbar, wie bei Chemiehaarfarbe
  • runtergerechnet meist auch günstiger, als Chemiehaarfarbe
  • sieht natürlicher aus

 

 

Nachteile

  • man muss es selbst anrühren
  • lange Einwirkzeit
  • Auftrag etwas komplizierter
  • die meisten Friseur machen es nicht (falls man nicht selbst färben möchte)
  • es gibt nicht alle Farben – alle haben einen Rotstich
  • nicht so farbintensiv (sofern kein Farbverstärker verwendet wurde, der aber auch nicht so gesund ist.)
  • ich habe durch Henna manchmal trockene Kopfhaut

 

Färbt ihr mit Henna? Wie sind so eure Erfahrungen?

 

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7 Kommentare

  1. Ich habe ja früher (also vor ca. 7 Jahren zuletzt) auch mit Henna gefärbt und kann noch einen kleinen Warnhinweis dalassen: ich würde wirklich davon abraten mit Henna jeweils die kompletten Haare (also auch Längen und Spitzen) einzuschmieren. Je öfter die Längen Henna abbekommen haben, desto dunkler wurden sie bei mir, am Ende war der Ansatz fast karottenrot (weil nur ein Mal gefärbt) und die Spitzen sehr dunkelrot mit leichtem Lilastich. Einer der Gründe, warum ich meine Haare dann vor sechs Jahren abrasiert habe…
    Ansatzfärbung (und nur 1-2 Mal im Jahr Komplettfärbung) macht hier also wirklich Sinn!

    • Jenny sagt

      :O Oha wuscheline, krass mit dem Lilastich und vor allem dem abrasieren!

      Also ich klatsch ja immer nur die Reste rein und bei mir ist es genau anders herum… bei mir sind die Spitzen sehr helles rot und der Ansatz sehr dunkel xD komisch is das manchmal. (Dabei war mein Chemierot ziemlich dunkel.. aber vermutlich hat sich das doch verwaschen und Farbe verloren.)

  2. Ninetailed sagt

    Schöner Beitrag! Nicht zu lang und alles drin, was rein muss für den Anfänger. Mir gefällt das Sonnenbild sehr gut, ein toller Farbton bisher!

    Wenn die Längen über die Zeit wirklich für den eigenen Geschmack zu dunkel werden kann man auch Farbzieher verwenden. Abrasieren muss dann ja schon wirklich die allerletzte Möglichkeit gewesen sein, die man in Betracht zieht.

  3. Schöner Beitrag!
    Ich benutze seit ca. 5 Jahren Henna (von Esthertol oder Khadi), dass die Haare je öfter man färbt immer dunkler werden kann ich bestätigen. Bis zum Lila hat es bei mir allerdings nicht gereicht, nur zu einem sehr dunklen Rot. Ich habe aber auch eine relativ dunkle Ausgangsfarbe, deswegen war mein Ansatz auch nie Karottenrot und der Farbübergang zwischen Ansatz und Längen eher unauffällig. Aber dunkler wird es unter Garantie. Inzwischen ärgere ich mich auch, dass ich nicht mehr den tollen knalligen Farbton vom Anfang beim Färben erziele. Aber Lust alles rauswachsen zu lassen habe ich eben auch nicht ;-p
    Beim Färben mit Indigo muss man übrigens auch aufpassen, sonst wirds blau, nicht nur blau-schwarz, sondern richtig, richtig böse blau. Besonders wenn graue/Weiße Haare dazu kommen und die Einwirkzeit zu kurz ist… musste mein Vater mal im Selbstversuch bedauerlicherweise erfahren XD Da immer besser mit dem normalen roten Henna vorfärben und dann erst schwärzen.

  4. Pingback: Haarbande - Haare (rot) färben -

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